Leben auf Gran Canaria

Leben und arbeiten als Auswandererin auf Gran Canaria

All denjenigen, die sich von netten Blogs haben inspirieren lassen, und überlegen auf Gran Canaria nach Castillo del Romeral zu ziehen, hier ein paar Bilder zur Abschreckung. Es ist bereits der dritte derartige Sandsturm in Castillo del Romeral in diesem Jahr. Der letzte solche Sandsturm ging eine gute Woche lang. Jetzt sind wir schon beim dritten Tag. Und so schlimm war es in diesem Jahr noch gar nicht. Überall Sand. Es ist der erste Sandsturm, der auch komplett das erste Stockwerk einsandet. Und da es gerade derart warm ist auf Gran Canaria, kann man auch nicht einfach die Fenster zu lassen, irgendwie muss man lüften. Nur lüften bedeutet gerade Sanddünen in der Wohnung.

Hier ein paar Bilder – es sieht lustig aus, macht aber nicht mehr wirklich Spaß hier – aber lachen hilft:

Castillo del Romeral, Calle Chinchorro

Die Calle Chinchorro in Castillo del Romeral mit Blick aufs Meer. Die Nachbarn auf der Nordseite haben Sandstrand auf dem Gehweg. Wir haben zwar keinen Sandstrand vor dem Haus, dafür im Haus.



Unsere private Sanddüne vor der Eingangstür.

Unsere ganz private eigene Sanddüne vor unserer Eingangstür.

Vor unsere Tür haben wir ein Brett gestellt. Bringt ein klein wenig was, aber da die Tür nicht aus einem Holzstück ist, sondern getäfelt, drückt sich der Sand im oberen Bereich durch die Täfelung. Um Ruhe vor den Sand zu haben müssten wir wohl eine 2×1 Meter großes Brett davordübeln. Aber wir können ja schließlich Tonko nicht aus dem ersten Stock zum Gassi gehen abseilen. Wenn einer im Haus ist, benutzen wir momentan auch die hintere Terrassentür. Bloß das Brett nicht zu oft bewegen.

Kleine Sanddüne am Mercedes

Ich möchte noch zu dieser Sanddüne folgendes sagen: Mein Süßer liebt sein Auto. Das wird beim leisesten Anzeichen von Dreck gewaschen. Im Moment wäre das aber sehr sinnlos.

Eine Garage wäre wohl nicht verkehrt. Wir haben aber noch Glück mit den Autos. Wir haben die Sanddünen auf dem Auto. Unser Nachbar gegenüber dem ist das Auto kaputt gegangen bei dem ganzen Sand. Zu wenig Öl, zu viel Sand im Motor. Die Autos, so der freundliche Mechaniker, seien eben nicht für die Ralley Paris-Dakar ausgerichtet.

Mercedes SL unter Sand

Das ist nur der Sand von einem halben Tag auf der Mercedes Windschutzscheibe.

Wenn der Sandsturm vorbei ist, müssen wir die Autos wohl ausgraben.

Unsere Terrasse

Unsere Terrasse versinkt im Sand. Vor zwei Tagen erst gefegt.

Und jetzt wird es richtig lustig. Jetzt gehen wir mal ins Haus. Insbesondere die tollen Fenster sorgen bei mir gerade für absolute Begeisterung:

Doppelt verglaste Fenster mit Sandfüllung

Man könnte jetzt theoretisch ausrechnen, wie lange es dauern würde, bis das Fenster komplett voll Sand ist. Aber wahrscheinlich würde es vorher kaputt gehen.

Sand überall

Sand überall, das hat mit den Muscheln fast schon ein wenig was von Strand.

Gut schließende Isolierfenster in Spanien

Ich habe an dieser Stelle heute morgen noch alles sauber gemacht. Das ist die Sandausbeute von acht Stunden.

Und wer denkt, alles nicht so schlimm, ist ja nur unten, ich such mir was im ersten Stock, ich darf vorstellen, das Fenster von unserem Schlafzimmer:

Sanddüne Fensterbank erster Stock

Sanddüne Fensterbank im ersten Stock. Eine etwas kleinere Düne befindet sich vor dem Fenster.

Lustig nicht?

Insbesondere der viele Sand im ersten Stock ist eher neu. Unser Nachbar, der mit dem versandeten Auto, hat heute Nacht um drei Uhr komplett sein Bett neu bezogen. Er schlief und träumte, er läge an einem romantischen Sandstrand. Er wachte auf, da war es dann doch nur sein Sandbett.

Arbeiten kann er gerade so gut wie gar nicht, seine Fenster gehen auf die Windseite. Zumachen ist unerträglich, auf machen ist nicht gut für die Compueter.

Immerhin, wie fast immer im Leben hat der üble Sandsturm auch etwas Gutes: Ich konnte heute Mittag schon wieder mit unserem Hund ins Meeresschwimmbecken gehen. Normalerweise bei so schöner Sonne und so warmen Temperaturen wäre das nicht möglich gewesen, weil garantiert ein Badegast da gewesen wäre und den hätte ich mit Hund weder stören wollen noch dürfen. Und so hat Tonko ein schönes Bad gehabt, während Frauchen am Rand des Meeres stand und hoffte nicht von der nächsten Windböe ins Wasser geworfen zu werden. Normalerweise gehe ich mit Tonko mittags an den Steinstrand zum schwimmen. Bei so starken Wind ist das aber nicht möglich. Und im Meeresschwimmbecken kommt er natürlich viel schöner ins Wasser.

So, genug über die Sanddünen von Castillo del Romeral geschrieben, wir werden demnächst noch den Dünen von Maspalomas Konkurrenz machen. Ich geh mal mit dem Hund durch den Sandsturm. Einmal sandstrahlen bitte.

Kleines Update Calle Helice, ebenfalls Castillo del Romeral. Auf der nördlichen Straßenseite ist es auf den Gehwegen richtig schlimm. Wie gut, dass hier das Auto vor der Tür stand, ansonsten wäre erst mal Sandschaufeln angesagt gewesen vor dem rausfahren. Der Nachbar neben dran war einigermaßen genervt vom Sandsturm, der wohnt auch erst seit April hier, ich glaub, der mag nicht mehr:

Calle Helice Castillo del Romeral

Und das ist die Calle Helice, Castillo del Romeral, – etwas eingesandet.

Und ich geh jetzt duschen. Ich hab überall Sand. Wenn ich den Mund bewege knirscht es.


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