Leben auf Gran Canaria

Leben und arbeiten als Auswandererin auf Gran Canaria

Am Dienstagmorgen ab 1:05 Uhr hatten wir mal wieder kein Telefon. Am Mittag hatte die Telefonica aber schon wieder ein neues Telefonkabel gezogen, der Bautrupp von der Telefongesellschaft hat auch gut Übung, in diesem Jahr (wir haben ja erst März) waren sie genau an dieser Stelle schon zum zweiten Mal da. Auch diesmal war es keine Windböe oder ähnliches, was das freihängende Kupferkabel beschädigt hätte, auch diesmal hat wieder ein Kupferdieb zugeschlagen.

Die Uhrzeit weiß ich deswegen so genau, weil ich dem Kupferdieb mehr oder weniger zugucken konnte. Ich kam mit den Hunden bei uns raus, stand oben an der Ecke und hörte und sah dann, wie da jemand ganz eifrig an dem bewußten Kabel im Wäldchen zog und zerrte. Mich hat er zwar bemerkt, aber wohl gewusst, dass ich ihn eh nicht richtig sehen konnte, denn welch Zufall, ausgerechnet an der Stelle sind seit Wochen die Straßenlaternen ausgefallen.

Tsja, ich überlegte kurz: Zurücklaufen und Polizei anrufen macht irgendwie überhaupt keinen Sinn. Zum einen: Wie soll ich bitte die Telefon anrufen, wenn das Kabel schon weg ist und ich daher auch kein Telefon habe? Zum anderen, beim letzten Mal hat ein Bekannter kurz danach per Handy bei der Polizei angerufen, die kam dann am nächsten Morgen. Also Hektik muss man da wirklich dann keine verbreiten. Gut, ich hätte nach Hause gehen können, um mit dem Handy meines Freundes die Polizei anzurufen. Aber dafür hät ich ihn wohl wecken müssen, denn ich habe keine Ahnung, wie man bei seinem Gerät die Tastatursperre weg bekommt. Zum anderen hätte das eigentlich auch wenig Sinn gemacht: Im Haus haben wir so gut wie keinen Handyempfang. Und ich hät mich sicherlich nicht 30 Meter vom Kupferdieb entfernt auf die Straße gestellt und die Polizei angerufen, die dann eh erst am nächsten Morgen kommt.

Und ich stell mich ganz bestimmt auch nicht mit einem für diese Situation viel zu lieben Labrador und einer altersschwachen Hündin hin und versuche den Dieb zu stellen. Es ist zwar ärgerlich stundenlang kein Internet zu haben, so schlimm aber auch nicht. Hät ich meinen Jerry noch (Dobermann-Schäferhund-Mischling) gehabt, wäre ich vielleicht näher dran gegangen. Mit dem hätte ich zur Not auch weglaufen können, mach das mal mit einer altersschwachen 15jährigen Hundedame, die kaum noch eine Pfote vor die andere bekommt.

Unser Freund eine Straße weiter hat dann am nächsten Tag den sehr undankbaren Job übernommen, der Telefonica bescheid zu sagen, dass der Kupferdieb mal wieder zugeschlagen hat, wir in der Siedlung kein Telefon haben etc. Er war der erste aus der Siedlung von Castillo del Romeral, der angerufen hat, und musste dementsprechend auch ein wenig mit Windmühlen kämpfen. Aber irgendwann haben sie es dann doch geglaubt. Das Problem ist, die Telefonica hat eine sehr gute, aber zentrale Hotline. Und wenn man dann in Madrid anruft, dann ist das ähnlich, wie wenn einer aus einem kleinen Bayrischen Dorf in Berlin anruft. Erklärgungsbedürftig eben.

Aber er hat es ja geschafft, am Mittag war ein neues Kabel da. Mal sehen, wie lange diesmal.

Warum das Kabel nicht unterirdisch liegt, das liegt wohl an der Gemeinde. Genau die 10 oder 15 Meter kleiner Windschutz-Wald gehören nämlich wohl der Stadt und die kann sich wohl aus unerfindlichen Gründen nicht mit der Telefonica einigen, das blöde Kabel endlich in die Erde zu legen. Ich mein, wenn die Stadt wenigstens dafür sorgen würde, dass da Licht wäre, hätte ich ja eine Beschreibung des Diebes für die Polizei. Aber ich fürchte das bleibt ein Zuständigkeitshinundhergeschiebe-Problem.


Leave a Reply

Bei WordPress | Copyright © Leben auf Gran Canaria | Impressum