Leben auf Gran Canaria

Leben und arbeiten als Auswandererin auf Gran Canaria

Geld verdienen im Internet

Januar 8th, 2015

Beim Webmsterfriday geht es diese Woche um Geld verdienen im Internet. Ein sehr spannendes Thema, gerade für Auswanderer. Denn hier auf Gran Canaria gibt es Sonne im Überfluss (wenn es derzeit auch nicht wirklich warm ist, bibber), aber eben wenig Arbeit (über 30 Prozent Arbeitslosigkeit). Aber dennoch trudeln tagtäglich eher schlecht vorbereitete Sonnenhungrige auf der Insel ein, die irgendwann feststellen, das es nicht heißt Leben wo andere Urlaub machen sondern eben Arbeiten wenn andere Urlaub machen.

Ab und an treffen wir im wirklichen Leben auch auf solche Menschen. Da ich nur seltenst auf Facebook bin und da auch nur mit vier oder fünf Menschen verlinkt bin, bekomme ich die Dramen in den einschlägigen Gruppen auch nicht mit, allerdings werden sie mir ab und an erzählt. Auswanderer, die mit viel Hoffnungen hierher gekommen sind, und nun Sektgläser für 50 Cent verkaufen, um sich mal wieder ein Brot leisten zu können. Auswanderer, die jeden Scheißjob annehmen müssen, dort nix sagen dürfen und deren Arbeitnehmerrechte mit Füßen getreten werden, denn es stehen ja noch so viele auf der Straße und man ist ja eigentlich froh einen unterbezahlten Job zu haben, selbst wenn man dafür Bürsten am Telefon verkaufen muss.

Oder Auswanderer, deren Lebensmodell es war, von der Rente des Partners zu leben, und dann stirbt dieser dummerweise weg. Jetzt muss das Haus weg, alles verkauft werden und dem zwölfjährigen Hund droht wohl die Einschläferung, da er nicht mit zurück kann.

Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Einige Geschichten kann ich aber gar nicht posten, da bekäme ich Ärger mit den Betroffenen (notiert, Buch mit den besten, schlimmsten, traurigsten Geschichten, aber die woanders spielen lassen, um nicht erkannt zu werden, schreiben).

Warum ich das schreibe? Angesichts der desolaten Arbeitsmarktsituation hier auf Gran Canaria (und auch im restlichen Spanien) ist eins der Hauptthemen gerade von Neuankömmlingen an die, die schon länger da sind (wir bringen es nun auf über sieben Jahre) die nach dem Job. Bei uns sehr gerne, denn das wir das Haus nur zum Einkaufen, Ausflüge machen oder um den Hund zu bespaßen verlassen, ist ja ersichtlich. Gleichzeitig sind wir aber noch nicht so alt, dass auf eine Pension oder Rente zu tippen wäre.

Das nicht gerade beliebte Diätfutter gebe ich in Handfütterung. Krokette für Krokette, so frisst er es wenigstens. Ansonsten ignoriert er es. Und Handfütterung soll ja die Bindung erhöhen 🙂

Wir beantworten die Frage meist variabel. Von irgendwas mit PC, über Programmieren (mach ich ja auch), Design (meine bessere Hälfte) oder auch mal wir haben ein paar Webseiten, ist je nachdem wie sympathisch der Gegenüber ist, alles drin. Wenn die Antwort nicht gerade Programmieren ist, kann man direkt schon so ein kleines Leuchten in den Augen des Gegenübers sehen. Manchmal dauert es ein paar Tage, aber dann kommt auch die Frage: Könnte ich das nicht auch machen?

Meine Gegenfrage ist dann meist: Kannst Du schreiben. Hast Du Geduld. Hast Du Zeit. Kannst Du auch Rückschläge einstecken? Aber vor allem, kannst du schreiben bzw. schreibst du gerne. Denn schreiben lernen könnte man ja zur Not noch lernen und dank Rechtschreibprogramm und einem Zufalls-Komma-Verteiler, wird es auch immer lesbarer.

Halten die meisten dann sogar für einfach. Schreiben kann ja jeder. Eigentlich. Aber Zeit investieren, puh. Und wenn ich dann noch anmerke, dass ich annehme, das es heutzutage gut drei Monate dauern kann, bis ein kleines Taschengeld raus spring, ein halbes Jahr, bis es halbwegs nennenswert ist, und ein Jahr bis man auf einen Stundenlohn kommt, der in etwa dem einer kanarischen Küchenhilfe (die bekommen so 4 Euro die Stunde) entspricht, spätestens dann ist das Leuchten eh weg …

Wenn es einer gar nicht lassen kann, gebe ich ihn meine Anfängerliste in die Hand. Wenn es bei der Umsetzung Probleme gibt, könnten sie mich gerne zu einzelnen Punkten fragen, die Arbeit müssten sie schon selbst machen, wenn die Liste durch wäre, könne man weiter sehen. Vorher nicht.

Und so sieht sie aus (ja, ich geb zu, hat auch ein wenig was von Abschreckung, soll aber auch realistisch zeigen, es ist Arbeit):

  • Besorge dir eine Email Adresse. Am besten bei Google. Dann kannst du dich auch gleich bei den Webmastertools anmelden und Google + anlegen.
  • Melde dich bei Blogger oder WordPress oder noch besser bei beiden an und fange einen Freeblog an.
  • Wenn du zwei Blogs unterhalten willst, wähle zwei etwas unterschiedliche Themen. Der eine kann ja durchaus sein, ich bin neu auf der Insel. Der andere kann von mir aus auch über dein liebstes Fernsehprogramm (deinen Hamster, deinen Papagei, deinen Hund etc.) geschrieben werden. Mir egal, nur zeig, dass du kontinuierlich schreiben willst, kannst, möchtest.
  • Gestalte insbesondere den Google Blog sinnvoll, der wird dich lange begleiten und wird deine erste Linkquelle für weitere Projekte werden.
  • Deinen Blogger-Blog bestücke mit Webmastertools und Analytics. Melde dich außerdem bei Google + an.
  • Informiere dich ein wenig über Linkaufbau und über Kommentare in anderen Blogs.
  • Wenn du nicht weißt was ein Blog ist, such dir die Antwort im Internet.
  • Suche Blogs zu deinen beiden Themen und kommentiere dort sinnvoll und verlinke dabei vor allem auf deine beiden Freeblogs.
  • Wenn Du in einen solchen Blog auf eine Blogparade (schlag nach was das ist) stößt, dann nimm gefälligst daran teil.
  • Wenn du zwei Monate lang, jede Woche mindestens zwei sinnvolle Artikel in beiden Blogs geschrieben hast, können wir uns weiter unterhalten. Oder wenn du sechs Wochen lang richtig geackert hast. Außerdem musst du dann zumindest Ansatzweise wissen, was Linkaufbau ist und warum er so wichtig ist.
  • Bis dahin solltest du auch halbwegs so schreiben können, dass man es lesen kann (deutsche Leser lieben äöü, komm denen nicht mit aeoeue, das schreckt nur ab).

Hat bislang nur eine geschafft. Aber die ist nicht wirklich mit dem Schreiben warm geworden. Hat aber jetzt einen anderen tollen Job.

Und der Hinweis: Nichts ist umsonst im Internet. Bevor du Geld für ein tolles Produkt ausgibst, das dir verspricht innerhalb von X Wochen X tausende pro Monat zu verdienen, gib das Geld lieber mir (Scherz). Und auch eine Emailadresse ist eine Währung, willst du kostenlose Möchtegern Reports haben, schaff dir dafür eine zweite Emailadresse an (ich sag nur Newsletter-Vieh wie es so schön beim Webmasterfriday stand).

Natürlich kann man auch ohne viel Schreiben im Internet Geld verdienen, z.B. Produktseiten bauen etc. Aber dann muss man bereits als Anfänger Ahnung vom Linkaufbau haben (meiner Meinung nach). Also empfehle ich, da ich das ja selbst am liebsten mache, immer erst Contentseiten. Wenn man da ein paar vernünftige hat, kann man immer noch eine passende Nische suchen und die mit seinen bestehenden Seiten verlinken. Dann startet man wenigstens nicht bei Null.

Gut, jetzt noch zu den Fragen aus dem Artikel bei Webmasterfriday:
Wie kann man im Internet Geld verdienen? – Mein Weg ist Content.
Wie sicher ist es, dass man Erfolg haben wird? – Gar nicht sicher. Gerade wenn man zu schnell zu viel erreichen will, wird man sich verrennen.
Was sind wesentliche Eigenschaften und Kenntnisse, die man benötigt? – Kreativität, Fleiß, gute Schreibe oder Geld (und selbst dafür kann man sich ja keinen eigenen Stil kaufen). Mut.
Wie lange dauert es? – Mindestens ein Jahr. Muss man eine ganze Familie ernähren, noch in die Rente einzahlen und vier Wochen Urlaub im Jahr, länger bis man das Geld dazu verdient.
Hilfreiche Artikel? – uuuu, für Contentseiten kenne ich kaum welche. Eigentlich wirklich nicht. Eigentlich nur einige Artikel (ich weiß, das klingt jetzt nach Schleimen) beim tagseoblog.de. Update: Ich hab den Artikel gefunden: Es kann so einfach sein.

Ein sehr schönes Thema, guter Start für 2015. Normalerweise ist der Blog zum Thema Geld verdienen ja bei mir mein Arbeitsblog, aber ich hatte bei diesem Artikel zwei ganz bestimmte Auswanderer vor Augen, daher passt es viel besser auf meinen Gran Canaria Blog.

Geld verdienen im Internet – Andere Teilnehmer am Webmasterfriday

Ich hab es doch tatsächlich geschafft, die Erste mit einem Beitrag beim Webmasterfriday gewesen zu sein. Es gibt inzwischen auch andere Beiträge zum Thema:

Geld verdienen im Internet für Anfänger? vom carlun, den Blog mit Spock und der Katze. Schildert erst einmal sehr blumig den eigenen (erst einmal fehlgeleiteten) Weg zum Geld verdienen im Internet. Das einzige was ich schade finde, hier wird der wirklich gute Blog von Peer Wandinger (selbstaendig-im-netz.de als gute Einstiegshilfe erwähnt. Wäre ja nett gewesen, wenn dieser dann auch verlinkt worden wäre. Ich hab es bei mir jetzt nachgeholt, denn da hat carlun wirklich recht, auf den Seiten von Peer findet man wirklich nützliche Tipps. Allerdings ist die Bücherseite der eigenen Frau auch nicht verlinkt worden 🙂

Kurze Geschichte der Internetgeschäfte Hier schreibt Sabine über ihre Anfänge im Internet, ihren ersten Online Deal hatte sie 1988, über eine Mailbox Anzeige wurde ein Auto verkauft. Richtig los ging es dann später im UseNet. Zur aktuellen Situation finden sich weniger. Aber lesenswert ist es schon, zu erfahren wie man aus Schrott Geld machen konnte und bestimmt noch kann. Wenn man die Quellen kennt 🙂

Meinungen, Erfahrungen und Tipps Michael Preuß widmet sich ebenfalls dem Thema und schließt sich in seinem Beitrag meiner Einschätzung (Schreiben, Schreiben, Schreiben) an. Erfolg sei aber auch abhängig vom eigenen Forschergeist.

Was realistisch machbar ist Raffi listet im eigenen Artikel auch ein paar Möglichkeiten auf, wie man KEIN Geld im Internet verdient. Da dürften aber einige Illusionen zu Rauch werden 🙂 Und darunter gibt es auch seine Empfehlungen zum Geld verdienen im Internet. Und es wird aufgelistet, womit Raffi selbst Geld verdient. Dazu runden noch einige schöne Quellen das ganze ab. Ein sehr guter Artikel, auch wegen der Quellen. Nicht das die anderen aus der Serie schlecht wären, aber er ist wirklich sehr schön ausführlich.

Kleckerlabor zum Thema empfiehlt unter anderem auch selbstgemachtes im Internet zu verkaufen. Ein schöner Aspekt zum Thema, das hatte ich persönlich gar nicht mehr auf dem Zettel.


4 Responses to “Geld verdienen im Internet”

  1. Michael Peuß

    Ja, Content is king 🙂
    Mir ist in vielen Jahren Selbständigkeit im Internet als kostenlose Möglichkeit zum Geld verdienen auch noch nichts anderes erschienen, außer das Schreiben von gutem Content. Wenn man schon Geld hat kann man sich natürlich Werbung kaufen und hat viele weitere Möglichkeiten. Aber ohne vorherige finanzielle Investition bringt´s halt einfach nur das Schreiben guter Texte. Das dauert halt sehr lange bis es sich lohnt, kann sich dann irgendwann aber auch sehr gut lohnen, wenn man viele Blogartikel hat, die man vor 5 Jahren geschrieben hat, immer noch passives Einkommen generieren.
    Viele Grüße aus dem verregneten Berlin, wo es sicher noch ein bisschen kälter ist
    Michael

  2. Bella

    Hallo Michael,
    ja, bei Werbung kaufen kann man aber auch sehr viel Geld verbrennen. Ich schreibe zum Glück gerne, aber ich hab schon den einen oder anderen hier auf Gran Canaria begleitet, die am Schreiben gescheitert sind. Und andere, die zu ungeduldig wurden.
    Viele Grüße zurück und danke für die Erwähnung in deinem Artikel.
    Hier hat es heute sogar auch ein wenig geregnet. Aber im Süden war wohl Strandwetter (zumindest für die Touristen, mir wäre das zu kalt derzeit).
    Winke
    Bella

  3. Meinungen, Erfahrungen und Tipps zum Geld verdienen im Internet | WebMarketingSoftware.de

    […] der Frage nach dem “Wie” schließe ich mich voll und ganz dem Blogbeitrag “Geld verdienen im Internet” auf “Leben auf Gran Canaria” an, worin steht, dass man Geld im Internet vor allem durch das Schreiben von Texten verdient. Ich […]

  4. Kleckerlabor

    Danke für die Erwähnung in deinem Artikel, was ich sehr schätze ist die realistische Darstellung von Auswanderer in der Ferne bei wem nicht alles so glatt verläuft

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